FINANZANALYSE, VORSCHAU 2013

Tinnitus News LV = 55

Die Internetzeitung nicht nur für Betroffene

Finanzanalyse: Vorschau 2013

Was bringt uns das Jahr 2013? Wir wagen zum vierten Mal eine Prognose.


Rückschau

Wir haben den Stand des Dollars zum Jahresende 2012 richtig prognostiziert sowie auch den Stand des Dow Jones.

Wo wir daneben gelegen waren ist beim Dax sowie beim Bund Future.

Hier haben wir unterschätzt, dass sich die reichlich vorhandene Liquidität in Sachwerte investieren wird, was hier in Deutschland sodann auch mit einem Daxanstieg von 30% recht deutlich ausgefallen ist.

Der Bund Future profitiert nach wie vor als sicherer Hafen für Geldanlagen von der Eurokrise. Hier ist allerdings auffällig, dass sich im Rahmen der Entspannung nur sehr wenig nach unten getan hat.

In den USA ist beim Dow das oben beschriebene Momentum noch nicht erreicht, sodass noch Potential nach oben besteht, sobald auch hier die Liquidität, sobald sie vorhanden ist, ihren Weg in den Aktienmarkt findet.

Das Nichtansteigen des Dow dokumentiert, dass auf dem amerikanischen Markt noch eine Hemmschwelle ist, die den Anstieg des Dow stoppt.

Wirtschaftsausblick 2013

Wir befinden uns nach wie vor in einer Zinssenkungsphase. Das heißt: Der Markt erwartet entweder noch eine Zinssenkung oder aber ein langes Verharren auf dem augenblicklichen Zinssatz der EZB.

Hinzu kommt die schwächelnde Konjunktur Europas und den USA, wodurch die „Zulieferstaaten“ entsprechende Exporteinbusen in diesen Ländern verbuchen. Mit dem Ergebnis, dass in diesen Staaten ebenfalls die Konjunkturerwartungen zurückgegangen sind (BRIC und andere).

Ein Teil dieser finanziellen Einbusen im Export dieser Länder wird durch die Binnennachfrage ausgeglichen, wobei hier überall die strukturellen und sozialen Probleme aufscheinen und für deren Lösung entsprechende Mittel bereitgestellt werden müssen. Dies stellt eine Art Konjunkturprogramm dar, was zur Ankurbelung dieser Wirtschaften mit beiträgt.

Die neu geschaffenen Freihandelszonen wie in Südamerika mit Mexiko sind hier ebenfalls konjunkturfördernd.

Wie weit diese Kompensationen gehen, wird man sehen müssen.

Fakt ist jedenfalls, dass in diesen Staaten erhebliche Impulse in Richtung Ankurbelung der Weltwirtschaft latent ruhen, die sich irgendwie bemerkbar machen werden.

In Europa und den USA ist die Konjunktur mau.

Daran wird sich für 2013 nichts Wesentliches ändern. Dies ist offenbar allgemeiner Konsens.

Die Zinsen werden deshalb in 2013 entweder noch einmal gesenkt werden oder bleiben. Jedenfalls niedrig.

Mit dem Rückgang der Konjunktur ist üblicherweise auch ein Nachlassen der Inflation einhergehend.

Das bedeutet, dass die Inflationszahlen 2013 zurückgehen werden.

Woher Inflation kommen soll, ist im Augenblick nicht zu sehen.

Unter der Prämisse weiterer niedriger Inflationserwartungen ist die EZB nicht in Zugzwang.

Solange die Zinsen also niedrig bleiben, wird Geld in die Märkte fließen und dafür sorgen, dass diese nicht abstürzen.

Wie gut sich die Märkte nach oben entwickeln, bleibt offen. Beim Gold, bei Aktien, bei Immobilien.

Bei der Marktbeobachtung muss sich das Augenmerk ständig auf konjunkturelle Frühindikatoren, auf die Verwendung von Liquidität, auf die Gefahr von Überproduktionen aufgrund der niedrigen Zinsen sowie auf politische Faktoren richten.

Hier steht eine ganze Reihe von Gefahren im Raum, die sich für die Entwicklung der Konjunktur als schädlich erweisen könnte.

So sei nur auf die im Februar anstehende politisch zu regelnde Schuldenproblematik der USA verwiesen.

Weiter auf Probleme, die sich nach wie vor aus der Eurokrise und dem Bankenproblem wieder in den Vordergrund drängen könnten.

Auf Kriegsszenarien.

Auf die Gefahr weiterer Steuererhöhungen zur Finanzierung der ausgeuferten Haushaltsdefizite der Staaten.

Auf den in Deutschland anziehenden Immobilienmarkt .

Auf die hohe Arbeitslosigkeit in Südeuropa und den USA.

Auf die Schrumpfung des Arbeitsmarktes in Deutschland wegen Überalterung der Bevölkerung.

Last not least : Auf das Überraschungsmomentum.

Dieses fiel ja zunächst zu Jahresbeginn positiv aus, wenn sich die Ankündigungen Nordkoreas bewahrheiten sollten.

Prognose: Indexstände zum 31.12.2013

Dollar: 1.30
Dax: 8000
Dow Jones: 14000
Bund Future: 135